Wie funktioniert die Booking.com-Provision?
Im Gegensatz zu Airbnb gibt es bei Booking.com keine aufgeteilte Provision zwischen Host und Gast. Der Gast sieht den Gesamtpreis – und der Vermieter zahlt am Ende des Monats oder nach der Buchung eine Provision an Booking.com direkt.
Die Standardprovision beträgt 15 % des Buchungsbetrags (netto, ohne Steuern). Das gilt für alle Unterkunftsarten – Hotels, Ferienwohnungen, Apartments. Du erhältst von deinem Gast den vollen Betrag und überweist dann die Provision separat an Booking.com.
Preferred Partner-Programm: Mehr Sichtbarkeit, mehr Kosten
Booking.com bietet ein sogenanntes Preferred Partner-Programm. Wer daran teilnimmt, erscheint in den Suchergebnissen bevorzugt und bekommt ein spezielles Badge – aber zahlt dafür eine höhere Provision von 17–18 %.
Ob sich das lohnt, hängt von deiner Marktsituation ab. In stark umkämpften Märkten mit vielen ähnlichen Objekten kann die bessere Platzierung mehr Buchungen bringen – aber die höhere Provision frisst den Vorteil oft wieder auf.
Das Genius-Programm
Booking.com hat außerdem das Genius-Programm für Stammgäste eingeführt. Genius-Mitglieder bekommen automatisch Rabatte auf teilnehmende Unterkünfte. Als Vermieter kannst du Genius-Rabatte von 10–15 % anbieten – die Kosten für diesen Rabatt trägt allerdings du, nicht Booking.com. Deine effektive Provision steigt dadurch weiter.
Vergleich: Booking.com vs. Airbnb
Welche Plattform ist teurer? Das hängt vom Modell ab:
- Booking.com Standard (15 %): Der Vermieter zahlt 15 % vom Buchungsbetrag. Gast zahlt nichts extra.
- Airbnb Split-Fee (3 % + 12–14 % Gast): Vermieter zahlt nur 3 %, aber der Gast zahlt deutlich mehr – was das Angebot teurer wirken lässt.
- Airbnb Host-only (14–15 %): Vergleichbar mit Booking.com Standard.
Netto für den Vermieter ist der Unterschied gering. Der wichtigere Faktor: Booking.com hat typischerweise eine höhere Conversion-Rate für kurzentschlossene Gäste (Hotelbuchungen, Last-Minute), während Airbnb stärker bei erlebnisorientierten und längerfristig planenden Reisenden punktet.
Rechenbeispiel: Was Booking.com im Jahr kostet
Angenommen, du erzielst 20.000 € Jahresumsatz über Booking.com:
- Provision Standard (15 %): 3.000 € pro Jahr
- Provision Preferred (18 %): 3.600 € pro Jahr
- Mit Genius-Rabatt (zusätzlich 10 %): bis zu 5.000 € effektiver Verlust
Über 5 Jahre: bis zu 25.000 €, die an Booking.com fließen. Ohne dass du irgendwelche eigenen Marketingkanäle aufgebaut hast.
Der entscheidende Punkt: Booking.com bringt Gäste – aber es baut keine Beziehung zu dir auf. Jeder Gast, der über Booking bucht, gehört aus Daten-Sicht Booking.com. Du hast keinen direkten Kontakt, keine E-Mail-Adresse, keine Möglichkeit, ihn zur Wiederbuchung einzuladen – außer über die Plattform, die dann wieder Provision kassiert.
Was Direktbuchungen als Alternative bringen
Wer über eine eigene Website bucht, zahlt keinen Aufschlag. Du sparst die gesamte Provision, kannst den Preis flexibler gestalten und baust eine direkte Beziehung zu deinem Gast auf.
Die Herausforderung: Gäste müssen dich erst finden. Das gelingt mit:
- Google Business-Profil (kostenlos, aber muss gepflegt werden)
- Eigener Website mit Buchungskalender – für Gäste, die dich direkt suchen oder über Google finden
- Instagram-Präsenz – für Stammgäste, Wiederbucher und Weiterempfehlungen
Selbst wenn du nur 20–30 % deiner Buchungen direkt abwickelst, sparst du bei 20.000 € Jahresumsatz 600–900 € Provision im Jahr. Die Kosten für Website und Google-Profil sind einmalig und amortisieren sich in wenigen Monaten.
Soll ich Booking.com verlassen?
Nein – zumindest nicht abrupt. Booking.com ist für viele Vermieter ein wichtiger Kanal für Neukundengewinnung. Sinnvoller ist ein schrittweiser Aufbau eigener Kanäle, während du auf der Plattform weiter präsent bleibst. Über Zeit kannst du den Direktbuchungsanteil erhöhen und die Plattform-Abhängigkeit reduzieren.