*Bei 20.000 € Jahresumsatz und vollständiger Umstellung auf Direktbuchung (ohne Gästegebühr, ohne Host-Fee)
Das Airbnb-Provisionsmodell erklärt
Airbnb arbeitet mit zwei verschiedenen Gebührenmodellen, und welches auf dich zutrifft, hängt von deinen Einstellungen ab:
Modell 1: Split-Fee (Standard)
Das ist das üblichste Modell. Die Provision wird aufgeteilt zwischen Host und Gast:
- Host-Seite: ca. 3 % vom Buchungsbetrag (vor Steuern und Reinigungsgebühren)
- Gast-Seite: bis zu 14,2 % Servicegebühr zusätzlich zum Angebotspreis
Das klingt günstig für den Host – aber der Gesamtbetrag, den der Gast zahlt, ist dadurch deutlich höher als der von dir angezeigte Preis. Das kann dazu führen, dass dein Angebot teurer wirkt als es ist, und du im Vergleich mit anderen Objekten schlechter abschneidest.
Modell 2: Host-only Fee
Hier zahlt der Gast keine zusätzliche Servicegebühr – dafür zieht Airbnb dem Host eine höhere Provision ab: typischerweise 14–15 % des Buchungsbetrags. Dieses Modell ist vor allem dann interessant, wenn du als Host deinen Preis transparent kommunizieren willst – der Gast sieht genau das, was er zahlt.
Rechenbeispiel: Was du wirklich abgibst
Nehmen wir an, du erzielst mit deiner Ferienwohnung 20.000 € Jahresumsatz über Airbnb (Split-Modell):
- Host-Fee (3 %): 600 € zahlt du an Airbnb
- Gästegebühr (ca. 12 % im Schnitt): 2.400 € zahlt dein Gast zusätzlich – Geld, das nicht zu dir fließt und dein Angebot teurer macht
- Gesamteffekt für das Ökosystem: 3.000 € gehen an Airbnb
Bei Direktbuchungen: 0 % Provision. Dein Gast zahlt den gleichen Nettopreis wie auf Airbnb – du behältst alles.
Auf 5 Jahre gerechnet: Bei 20.000 € Jahresumsatz und angenommener 15 % Gesamtprovision (Host + Gast) verlierst du über Airbnb ca. 15.000 € in 5 Jahren. Eine eigene Website und Google-Präsenz kostet dich einmalig einige Hundert Euro.
Wann lohnen sich Direktbuchungen?
Direktbuchungen lohnen sich nicht für jeden von Tag eins an. Wer gerade erst startet und noch keine Bewertungen hat, braucht Airbnb, um sichtbar zu werden. Aber ab einem gewissen Punkt – wenn du eine solide Bewertungsgrundlage hast und Stammgäste aufbaust – macht es Sinn, aktiv in Direktbuchungen zu investieren.
Faustregel: Sobald du regelmäßig Wiederbucher hast (Gäste, die schon einmal bei dir waren), lohnt sich ein eigener Kanal. Diese Gäste buchen gerne direkt, wenn du ihnen einen leichten Weg anbietest.
Was du für Direktbuchungen brauchst
Um Gäste außerhalb von Airbnb zu erreichen und zu binden, brauchst du drei Dinge:
- Eigene Website mit Buchungskalender: Gäste müssen direkt buchen können, ohne einen Umweg über eine Plattform. Kein kompliziertes System nötig – eine übersichtliche Seite mit Verfügbarkeitskalender reicht.
- Google Business-Profil: Wenn jemand nach einer Ferienwohnung in deiner Region sucht, muss dein Objekt erscheinen – nicht nur dein Airbnb-Inserat.
- Direkter Kontaktkanal: WhatsApp, E-Mail oder Telefon – damit Interessenten unkompliziert anfragen können und nicht zurück zu Airbnb gehen, weil sie keine Alternative finden.
Soll ich Airbnb ganz aufgeben?
Nein – das wäre für die meisten Vermieter kontraproduktiv. Airbnb bringt Traffic und ist ein wichtiger Kanal, besonders für Erstbuchungen und Gäste ohne Vorerfahrung mit dir. Die Strategie ist nicht entweder/oder, sondern: Plattformen als Akquise-Kanal, eigene Kanäle für Stammgäste und Direktbuchungen.
Selbst wenn du nur 30–40 % deiner Buchungen auf direktem Weg generierst, sparst du bei einem Jahresumsatz von 20.000 € bereits 900–1.200 € Provision im Jahr. Und bei 60 %? Dann rechnet sich die Investition in eine eigene Website schon im ersten Quartal.